Das Sozialzentrum

Das Sozialzentrum ist fertig!!!

Ein Luftbild eines modernen Wohnkomplexes mit Balkonen, vor dem Hintergrund üppiger grüner Hügel und eines klaren Himmels.

Das "fertige" Sozialzentrum Anger nach der Übergabe des 3.Bauabschnittes des Betreubaren Wohnens im September 2017 - eine gelungene Architektur mit 32 wunderschönen seniorengerechten sonnigen Wohnungen mit allem Komfort inmitten einer der ruhigsten Grünlagen des Angerer Talkessels.

Der Spatenstich im Schneesturm - 17. Februar 2011

Eine Gruppe von Menschen in Winterkleidung und Schutzhelmen versammelt sich um einen Haufen Erde. Sie halten Schaufeln in der Hand, wahrscheinlich für eine Grundsteinlegungszeremonie. Dahinter zeigt ein Banner den Text 'Betreubares Wohnen' und ein Bild eines lächelnden älteren Paares.

Beim Spatenstich im "Schneesturm" kam uns - neben vielen Verantwortlichen der Baufirmen und dem GF Gerhard Königsberger von der ÖWG - auch LAbg. Bgm. Erwin Gruber und die Bürgermeister unserer Pfarre zu Hilfe. Damit begann eine neue Ära des Sozialwohnbaus in Anger.

Das Projekt wurde von den Medien als "Pilotprojekt" und "Leitprojekt" gewürdigt und VBgm. Mag. Ribul, der Obmann des Sozialhilfeverbandes Weiz erfüllte sich einen langjährigen Traum, der inzwischen schon von einigen Gemeinden im Bezirk (Birkfeld, Markt Hartmannsdorf, Pischelsdorf, Passail, St. Ruprecht a. d. Raab, Gleisdorf, Fischbach und sogar von der Stadt Weiz) "kopiert" wurde.

In Planung befinden sich Anlagen in St. Margarethen a. d. Raab und in Strallegg.

Die Eröffnung am 4. Mai 2012 - Die Ehrengäste der Eröffnung

Eine Gruppe von formell gekleideten Menschen steht in einem Raum, lächelt und hält Blumen. Eine Frau in der Mitte hält einen Korb mit Blumen und einem Schild. Hinter ihnen befindet sich ein Aushang mit verschiedenen Bildern.

Landesrätin Mag. Kristina Edlinger-Ploder, Bezirks- hauptmann HR Dr. Rüdiger Taus und Geschäftsführer Gerhard Königsberger (ÖWG) kamen als Ehrengäste zur Eröffnung des Sozialzentrums Region Anger.

Die Landesrätin lobte in ihrer Ansprache den Weitblick des "Visionärs" Herbert Ribul, der in seiner Funktion im Sozialwesen seit vielen Jahren immer wieder neue und richtungsweisende Projekte initiiert und unterstützt hat, so wie hier das Sozialzentrum Anger, wo unter einem Dach 12 behindertengerechte und barrierfreie Wohnungen neben Betreuungseinrichtungen wie der Seniorentagesbetreuung und der Hauskrankenpflege praktisch wie ein "...kleines, aber immens kostenfreundliches Pflegeheim, in dem die Bewohner aber in schönen, geräumigen Wohnungen und nicht in kleinen Zimmern ihrern Alltag verbringen können..." funktionieren.

Die Eröffnung des Sozialzentrums

Eine Frau mit einem roten Schal schreibt auf Papier, während sie in einem Raum mit anderen Leuten sitzt. Ein Mann in Anzug und Krawatte sitzt neben ihr.

Am Freitag, 4. Mai 2012 war es endlich soweit: das „Sozialzentrum Region Anger“ wurde feierlich eröffnet.

Bürgermeister Hubert Höfler begrüßte die erschienen Ehrengäste, an der Spitze die Landesrätin für Gesundheit und Pflege Mag. Kristina Edlinger-Ploder, unseren Bezirkshauptmann HR Dr. Rüdiger Taus, LAbg Bgm. Erwin Gruber, Pfarrer GR Mag. Hans Leitner sowie alle Bürgermeister der Region.

Seitens der Projektpartner waren GF Gerhard Königsberger (ÖWG) und GF Gottfried Lautner (Sozialmedizinischer Pflegedienst) eingeladen.

Ebenso herzlich begrüßte er die Bewohner des Hauses und die Mitarbeiterinnen von Hauskrankenpflege und Senioren-Tagesbetreuung, anwesende Gemeinderäte, die bauausführenden Firmen, die Künstlerin HR Mag. Herlinde Almer und ihre „Anima-Art-Malgruppe“ sowie die Vertreter der Presse.

Bgm. Höfler verlieh dabei seiner Freude Ausdruck, ein so gelungenes Werk der Öffentlichkeit übergeben zu können, sind doch derartige Anlässe in der Laufbahn eines Bürgermeisters eher selten und bedankte sich beim Bauträger ÖWG für die gute Zusammenarbeit. Ebenso dankte er allen Bewohnern, die sich „uns anvertraut haben“ und versprach ihnen die volle Unterstützung seitens der Marktgemeinde, die ja das Gesamtprojekt betreibt.

ÖWG-GF Königsberger gab den Dank für die gute Partnerschaft an die Verantwortlichen der Gemeinde zurück, freute sich ebenfalls über das gelungene Werk und bot für den Fall einer baulichen Erweiterung seine weitere Zusammenarbeit an.

Die Künstlerin HR Mag. Herlinde Almer erhielt von Bgm. Höfler einen Strauss ihrer Lieblingsblumen als Dank für die künstlerische Ausgestaltung des Hauses mit den 3 großflächigen Stiegenhausgemälden in den Stockwerksfarben gelb-rot-grün.

Vizebürgermeister Mag. Herbert Ribul, der ja für das gesamte Projekt verantwortlich zeichnete und in den letzten Wochen „mehr im Sozialzentrum als zuhause war…“ berichtete in seiner Ansprache von der Vorgeschichte des Projekts, die bis ins Jahr 1999 zurückgeht...

Bezirkshauptmann HR Dr. Rüdiger Taus ging in seiner Ansprache ebenfalls auf die zunehmende Problematik des Älter-Werdens im Bezirk ein und verlieh seiner Freude Ausdruck, dass hier in Anger – in der Heimat des Obmannes des Sozialhilfeverbandes – nunmehr ein Pilotprojekt in der Seniorenbetreuung als „Meilenstein“ seiner Bestimmung übergeben werden konnte und hoffte auf viele Nachahmer unter den Zentrumsgemeinden des Bezirkes.

Landesrätin Mag. Kristina Edlinger-Ploder gratulierte Mag. Ribul zu seiner „Hartnäckigkeit“, sich über so viele Jahre nicht von seinem Ziel abbringen zu lassen und ging ebenfalls auf die finanzielle Problematik der steigenden Budgets – dabei vor allem für die Unterbringung in Pflegeeinrichtungen – ein.

Sie verlieh ihrer Hoffnung Ausdruck, dass in den nächsten Jahren einerseits die „Pflege zuhause“ durch pflegende Angehörige massive Unterstützung erfahren soll, andererseits eben Vorfeldeinrichtungen wie Betreubare Wohnformen und Tageszentren wie das Sozialzentrum hier in Anger den steigenden Druck auf die Pflegeeinrichtungen sukzessive reduzieren sollen.

So hochqualitativ die Pflege in den genehmigten Einrichtungen auch ist, die Betreuung außerhalb von Spitälern und Heimen bringt ein derartiges Mehr an Lebensqualität, dass die körperliche und psychische Entwicklung zur Pflege hin vielfach um Jahre hinausgezögert werden kann.

Sie wünschte den Verantwortlichen Ausdauer, Durchsetzungsvermögen, den Mitarbeitern der eingemieteten Betreuungs- und Pflegeeinrichtungen viel Erfolg in ihren Bemühungen, den Bewohnern aber noch viele Jahre in Qualität und Zufriedenheit in ihren neuen schönen Wohnungen.

Pfarrer GR Mag. Hans Leitner beglückwünschte alle Verantwortlichen und die Bewohner zu ihrem neuen wunderschönen Zuhause und erbat Gottes Segen für das Haus und seine Bewohner.

Ein Bläserquartett der Musikschule Anger unter Mag. Manfred Wiener untermalte den Festakt musikalisch.

Übergabe von 12 Wohnungen im Sozialzentrum - Dienstag, 3. November 2015

Eine Gruppe älterer Erwachsener, einige in Rollstühlen, stehen vor einem Gebäude. Sie lächeln und posieren für ein Foto.

Endlich! Die 12 Wohnungen des 2.Bauabschnittes des Betreubaren Wohnens im Sozialzentrum Anger sind fertig gestellt und konnten ihren Mieterinnen und Mietern feierlich übergeben werden. Im Rahmen der "technischen" Übergabe unterschrieben alle Mieter ihre Mietverträge mit der ÖWG und bekamen ihre Wohnungsunterlagen ausgehändigt. Durch die gute Vorbereitung war es "in einem Aufwaschen" möglich, auch gleich Stromlieferverträge, zusätzliche Versicherungen und An- oder Ummeldungen bei der A1 Telekom durchzuführen.

Im Anschluss an den technischen Teil konnten alle Mieter ihre Wohnungen übernehmen und wurden mit den Örtlichkeiten vetraut gemacht. Dazu gehörte auch die Einweisung in die Handhabung der Küchengeräte, der Heizungssteuerung und der Warmwasserbereitung.

Neben den Gästen nahmen auch alle neuen Mieter am feierlichen Festakt zu Mittag teil und wurden im Anschluss daran von der ÖWG noch bewirtet. Zum Einstand stellte sich die Marktgemeinde Anger mit Gutscheinen für eine kostenlose Schnupperwoche in der Seniorentagesbetreuung ein.

Der Festakt zur Eröffnung des 2.Bauabschnittes

Eine Gruppe formell gekleideter Personen steht in einem Raum. Eine Frau hält einen Blumenstrauß.

Im Bild v.l.n.r.: Mag. Herbert Ribul, Bgm. RR Hubert Höfler, LH-Stv. Mag. Michael Schickhofer, LAbg. Bgm. Bernhard Ederer, HR Mag. Herlinde Almer, GF Dipl.Ing. Doris Enzensberger-Gasser (LIEB-BAU), VstDir. Mag. Christian Krainer (ÖWG).


Um 12.30 Uhr fand dann - nach der Wohnungsübergabe - der Festakt anlässlich der Fertigstellung des 2.Bauabschnittes statt. Dieser enthält je 6 Einzelwohnungen mit rund 48m² und 6 Doppelwohnungen mit rund 62m² und ist aus dem bestehenden Sozialzentrum im 1. und 2.Obergeschoß über eine Stahl-Glas-Brücke direkt erreichbar. Damit können die Bewohner des 1. und 2.OG im Zubau den Lift im Sozialzentrum mitbenützen und barrierefrei und eben in ihre Wohnungen gelangen.

Bgm. RR Hubert Höfler

Ein Mann steht mit ernster Miene in der Nähe einer weißen Tür. Er trägt eine graue Jacke und ein blaues Hemd. Der Hintergrund ist unscharf.

Bgm. RR Hubert Höfler begrüßte in seiner Ansprache die neuen Mieter und viele erschienene Ehrengäste. Darunter in Vertretung unseres abwesenden Pfarrers GR Mag. Peter Weberhofer, in Vertretung des Landeshauptmannes LAbg. Bgm. Bernhard Ederer, Landeshauptmann-Stv. Mag. Michael Schickhofer, VBgm. Dipl.Ing. Hannes Grabner mit den erschienenen Gemeinderäten der Marktgemeinde, von Seiten des Projektpartners ÖWG Vorstandsdirektor Mag. Christian Krainer, Bauleiter Ing. Klaus Pauritsch und Frau Edith Degen (Wohnungsverwaltung), die Künstlerin HR Mag. Herlinde Almer, die mit ihrer Malgruppe "Anima-Art" wieder großflächige Bilder für die 3 Stockwerke liefert und - stellvertretend für alle am Bau beteiligten Firmen die Geschäftsführerin der LIEB-BAU-Kette Dipl.Ing. Doris Enzensberger-Gasser.

Er wies in seiner Ansprache darauf hin, dass er sehr stolz sei, nach 2013 (Eröffnung des Sozialzentrums) nunmehr 2015 den 2.Abschnitt und - wenn alles geordnet abläuft - im Frühjahr 2017 das 3.Wohnhaus dieser Anlage seiner Bestimmung übergeben zu dürfen. Damit werden im Endausbau 32 Wohnungen in dieser wunderschönen ruhigen und sonnigen Wohnlage in barrierefreier und seniorengerechter Bauweise zur Verfügung stehen. Er wünschte den neuen Mietern eine schöne Zeit in ihren wunderschönen neuen Wohnungen und begrüßte sie - zum Teil - als neue Bewohner der Marktgemeinde Anger.

Abschließend bedankte er sich beim Land für die großzügigen Förderungen, die diesen Bau überhaupt erst ermöglichten und ersuchte, diesen Dank an die zuständigen Stellen weiter zu geben, bei der ÖWG für die gute Zusammenarbeit, beim Bauleiter für die exzellente Tätigkeit und bei den bauausführenden Firmen für die gute Arbeit und prompte Fertigstellung.

Besonders bedankte er sich bei seinem ehemaligen Vizebürgermeister Mag. Herbert Ribul, dessen "Kind" dieses Betreubare Wohnen ist und ohne dessen Visionen es diese Anlage überhaupt nicht geben würde, der auch maßgeblich an der Planung und Ausführung mitgewirkt hat und bedankte sich bereits im voraus für diese Tätigkeit auch beim bevorstehenden 3.Bauabschnitt.

Projektbericht Mag. Herbert Ribul

Ein Mann in Anzug und Krawatte lächelt in die Kamera, vor einer weißen Wand mit einem bunten Gemälde.

Mag. Ribul erklärte dann seine Philosophie in der Altenbetreuung, die er ja schon seit mehr als 17 Jahren als Obmann des Sozialhilfeverbandes nicht nur in Anger sondern im ganzen Bezirk Weiz überzeugend umsetzte.
Da die Kosten für die Pflegeunterbringung im Bezirk seit 1998 von rund 8 auf mittlerweile mehr als 33 Millionen Euro „explodiert“ ist, vertrat er schon seit 2000 vehement den Weg des „sanften Wohnangebotes“ in alternativen Wohnformen wie dem Betreuten oder Betreubaren Wohnen, um den enormen Kostendruck durch die Pflegeheime weg zu bringen.

Während in einem Pflegeheim monatlich Kosten von 2.000 bis 4.000 Euro (abhängig vom Pflegebedarf) anfallen, kosten die neuen Wohnungen in Anger nur zwischen 300 und 400 Euro monatlich inklusive Heizung und Betriebskosten (samt Küchen, Badeinrichtung und Lift!)

Zusätzliche Kosten für persönliche Betreuung oder medizinische Pflege fallen nur an, wenn sie auch in Anspruch genommen werden und machen nur einen Bruchteil der Kosten für das Wohnen aus – sie sind also auch für Mindestrentner leistbar!

Da seine Modelle mittlerweile durch den Sparzwang auch im Land „Anklang finden“ wurden in den letzten Jahren keine neuen Pflegeheime mehr bewilligt und stattdessen von mehreren Gemeinden im Bezirk Wohnanlagen nach dem „Angerer Modell“ errichtet (Markt Hartmannsdorf, Pischelsdorf, St.Ruprecht a.d.Raab, Birkfeld, Passail, Gleisdorf, in Strallegg und Weiz sind Anlagen in Bau bzw. in Planung).
Mag.Ribul ersuchte die beiden Landespolitiker, das Modell auch in Graz publik zu machen.

VstDIr. Mag. Christian Krainer (ÖWG)

Ein Mann mit kurzem Haar und Bart trägt eine Brille und eine gepunktete Krawatte. Er lächelt und scheint in ein Gespräch vertieft zu sein.

Dir. Mag. Krainer (ÖWG) bedankte sich für die gute und bereits seit mehr als 40 Jahren gelebte Partnerschaft mit der Gemeinde Anger und bot diese auch für die Zukunft an.

Die Gesamtkosten für den 2.Bauabschnitt lagen bei rund 1,3 Millionen Euro, € 300.000 brachte die ÖWG als Eigenmittel ein, ein Teil sind Fördermittel des Landes, der Rest über Bankdarlehen finanziert. Der Beitrag der Gemeinde ist das Grundstück.

Errichtet wurden 6 Einzelwohnungen mit rund 48m² und 6 Doppelwohnungen mit rund 62m² in modernster Ausführung und mit Passivhausstandard.

Alle Wohnungen enthalten komplett eingerichtete Küchen und Badezimmer und verfügen über einzelgesteuerte Fußbodenheizungen. Wärme und Warmwasser kommt von der Nahwärme Anger.

Die Parkplätze und Carports werden nach Fertigstellung des 3.Bauabschnittes hergestellt, um Bauschäden beim nächsten Bau zu vermeiden.

LAbg. Bgm. Bernhard Ederer

Ein Mann lächelt breit mit sichtbaren Zähnen und grauem Anzug vor zwei Frauen.

LAbg. Bgm. Bernhard Ederer überbrachte die Grüße des Landeshauptmannes und freute sich mit allen Anwesenden über diesen mehrfach wunderschönen Tag.

Er sprach sich überaus lobend über das soziale Engagement in der Marktgemeinde Anger aus und verband das Lob mit dem Dank an den vor kurzem ausgeschiedenen Sozialhilfeobmann Herbert Ribul.

Er sagte, dass eigentlich erst jetzt - nach der Übergabe des Verbandsvorsitzes - den Verantwortungsträgern langsam bewusst wird, mit welchem persönlichen Engagement und vor allem Weitblick und sozialem, politischem und wirtschaftlichem Fingerspitzengefühl Mag. Ribul seine Tätigkeit ausgeübt hat.
Wenn man die finanzielle Misere aller steirischen Sozialhilfeverbände anschaut steht der Verband Weiz hochpositiv und schuldenfrei als absoluter Spitzenreiter da – und das sei mittlerweile auch „bis nach Graz durchgedrungen…“

LH-Stv. Mag. Michael Schickhofer

Ein Mann in einem Anzug, der in die Kamera lächelt, mit einer älteren Frau mit Brille hinter ihm.

Landeshauptmann-Stv. Mag. Michael Schickhofer freute sich ebenfalls über das neue Bauwerk, betonte aber, dass vor allem die Achse zwischen der Jugend und den älteren Menschen (seine Tochter übt gerade ein Theaterstück, das in der Tagesbetreuung zur Aufführung gelangen wird) Wohlbefinden auf vielen Ebenen erzeugt und eben das Anger lebenswert macht. Er fühle sich als "zugezogener Angerer" überaus wohl hier, wie auch seine ganze Familie.
Dass Anger erkannt habe, dass man innovativ Projekte für die Zukunft der immer älter werdenden Gemeindebürger jetzt starten muss, um Lebensqualität bis ins hohe Alter im Ort zu erhalten zeugt von den Weitsicht der Verantwortlichen, denen er dazu gratulierte. Den neuen Mietern wünschte er alles Gute, vor allem viel Miteinander, soziales Zusammengehörigkeitsgefühl, Bereitschaft zur Nachbarschaftshilfe und eine friedvolle, vor allem aber gesunde Zukunft in den schönen neuen Wohnungen.

Pfarrer GR Mag. Peter Weberhofer - Segnung des Hause

Ein Priester mit einer farbenfrohen Stola spricht mit einem Mann, der Papiere in der Hand hält. Dahinter sitzt eine Frau auf einer Bank und ein hölzerner Schrank mit Kunst.

GR Mag. Peter Weberhofer - in Vertretung unseres abwesenden Pfarrers Mag. Leitner - erbat mit seinen bekannt launigen Worten den Segen Gottes für das Haus, seine Bewohner und alle, die hier arbeiten.

Er ernannte Bgm. Höfler zum „Oberministrant“ und erteilte ihm den Auftrag, mitgebrachte Segenstexte an die neuen Mieter zu übergeben.

14.September 2017: weitere 8 Wohnungen übergeben

Ein Gruppenfoto von formell gekleideten Personen vor einem Gebäude mit Pflanzen und Rasen im Hintergrund.

Bauabschnitt 3 fertig gestellt

Mit der "technischen Übergabe" und einem anschließenden Festakt wurden die letzten 8 Wohnungen des "Betreubaren Wohnens im Sozialzentrum Anger" den neuen Mietern übergeben. Leider konnten nicht alle Wohnungen wie geplant bezogen werden, da eine Bewohnerin verstarb und eine weitere durch eine drastische Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes noch vor der Übersiedlung ins Pflegeheim verlegt werden musste.

Mit diesem 3.Bauabschnitt verfügt das Betreubare Wohnen nunmehr über 32 Wohnungen (24 Einzel- und 8 Doppelwohnungen) und bietet damit rund 40 Bewohnern hochwertigen und leistbaren Wohnraum.


Eine Gruppe älterer Personen sitzt um einen Tisch herum draußen, mit einem Van mit der Aufschrift 'OWG' und 'MW' dahinter und Bäumen im Hintergrund.

Warten auf die Wohnungen...


Ein älterer Mann mit weißen Haaren, der eine schwarze und gelbe Stola trägt, steht und schaut nach unten. Ein anderer Mann in einem blauen Hemd steht hinter ihm.

Segnung durch Pfarrer Leitner

Die Feierstunde am 14.September

Eine Gruppe von formell gekleideten Männern und einer Frau mit Blumen steht in einem Raum. Sie lächeln für ein Foto.

v.l.n.r.: VDir. Mag. Christian Krainer (ÖWG), Pfarrer GR Mag. Hans Leitner, Mag. Herbert Ribul, Bgm. RR Hubert Höfler, HR Mag. Herlinde Almer, LR Mag. Christopher Drexler, LAbg. Bgm. Bernhard Ederer, BH HR Dr. Rüdiger Taus


Bgm. RR Hubert Höfler begrüßte die Ehrengäste und verlieh seiner Freude Ausdruck, dass dieses für die Region Anger so wichtige Projekt des Sozialen Wohnens nun gänzlich fertig gestellt wurde und die Marktgemeinde Anger dadurch noch lebens- und liebenswerter gemacht hat.

VDir. Mag. Christian Krainer (ÖWG) bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde Anger, für die von der ÖWG in den letzten Jahrzehnten bereits 188 Wohnungen errichtet werden konnten und zeigte sich "jederzeit zu neuen Schandtaten bereit..."

Mag. Herbert Ribul, der Projektverantwortliche, erläuterte die Hintergründe für die Entsteheung dieses nicht nur vorzeigbaren sondern vielmehr beispielgebenden Sozialprojektes und lud den für die Pflege verantwortlichen Landesrat Mag. Drexler ein, dieses Erfolgsmodell auch in seine zukünftige Sozialplanung aufzunehmen.

Bezirkshauptmann HR Dr. Rüdiger Taus bedankte sich in seinen Grußworten bei der Gemeinde für die Bereitschaft, der Bevölkerung diese wertvollen und hochqualitativen Möglichkeiten zu bieten.
Bei Mag. Ribul bedankte er sich noch einmal für die mehr als 17 Jahre an der Spitze des Sozialhilfeverbandes Weiz, für seine Leistungen für den ganzen Bezirk, die auch 2 Jahre später immer noch nachwirken, für seine unzähligen Visionen, seine Zukunftsplanungen und die Umsetzung unzähliger wichtiger Initiativen und wünschte ihm noch viele "kreative und unruhige" Jahre.

Eine formelle Versammlung in einem Innenraum, mit einem Sprecher vor einem sitzenden Publikum. Die Frau in der Mitte hält einen Blumenstrauß. Der Raum ist gut beleuchtet mit Kunstwerken an der Wand.

LR Mag. Christopher Drexler bedankte sich für die Einladung zur Übergabe des letzten Bauabschnittes und zeigte sich froh, obwohl er mehrere andere Termine dafür verschieben oder ganz absagen musste doch nach Anger gekommen zu sein und dieses Vorzeigeprojekt kennenlernen zu dürfen. Er beschrieb den von Mag. Ribul aufgezeigten Weg als absolut richtig und zukunftsweisend und gab zu, dass in den letzten Jahren durch einen gewissen "Wildwuchs" eigentlich schon viel zu viele Pflegebetten in den Heimen errichtet wurden statt die Versorgung älterer Menschen nach dem "Vorbild Anger" anders zu denken und zu organisieren und wünschte dem Sozialzentrum noch viel Erfolg.

Der Bürgermeister bedankte sich - neben den bauausführenden Firmen - auch bei unserer Künstlerin HR Mag. Herlinde Almer und ihrer "Anima-Art"-Malgruppe (Veronika Reisenhofer, Maria Ribul und Trude Übelleitner), die für alle 3 Wohnhäuser großflächige Bilder in den jeweiligen Stockwerksfarben (EG: gelb, 1.OG: rot, 2.OG: grün) gemalt hatten und damit einen wichtigen Beitrag zum Wohlfühlen in den Wohnhäusern erbrachten und überreichte Blumensträuße.

Eine Bläsergruppe der Musikschule unter der Leitung von Mag. Karl Berger untermalte die Feierstunde musikalisch.

Der Festvortrag zum Sozialzentrum - Mag. Herbert Ribul

Eine Gruppe von Menschen ist in einem Raum versammelt, möglicherweise für eine Besprechung. Einige von ihnen sitzen auf Stühlen, während andere stehen. Der Mann, der vor ihnen steht, hält ein Papier in der Hand und scheint den Leuten etwas zu sagen. Der Raum hat einen Holzboden, eine weiße Wand mit Vorhängen und Gemälden.

Immer mehr Menschen werden immer älter. Damit steigt auch der Bedarf an Hilfestellungen im Alltag bis hin zur Pflege „Rund-um-die-Uhr“. Diese Entwicklung stellt unsere Gesellschaft vor nahezu unlösbare Probleme:

· wir sind einerseits gefordert, immer mehr Betreuungs- und Pflegeplätze zur Verfügung zu stellen,

· und wir benötigen außerdem immer mehr Menschen, die diese Hilfe leisten können.

Betrug der finanzielle Aufwand für die Pflege, die zum größten Teil nur in öffentlichen und privaten Pflegeheimen erbracht werden konnte zum Start des neuen Sozialhilfegesetzes im Jahr 1998 noch rund 8 Millionen Euro, so kostet diese Pflege knapp 19 Jahr danach weit mehr als 30 Millionen Euro, also fast das Vierfache.

Nach dem Wegfall des Angehörigenregresses und bei Entfall der bisherigen Eigenleistungen muss die öffentliche Hand, also das Land und die Gemeinden diese Kosten zur Gänze tragen.

Die Frage, ob wir uns dieses System noch lange leisten können stellt sich schon bald nicht mehr…

Die zweite Frage für mich ist, ob wirklich alle älteren Menschen, die auf fremde Hilfe in der Bewältigung ihres Alltags angewiesen sind tatsächlich das hochqualitative und dementsprechend teure Leistungsangebot eines Pflegeheimes benötigen???

Wir haben in den letzten Jahrzehnten in unseren Pflegeheimen enorm viel in qualifiziertes Personal und Infrastruktur investiert, unsere Pflegeheime sind vielfach schon bald Kombinationen aus 4-Stern-Hotels und abgespeckten Krankenhäusern, die alles bieten und alles können, was Menschen in gewissen Situationen brauchen.

Auf Grund der demografischen Entwicklung wird uns vorgerechnet, wie viele Pflegeplätze wir in den nächsten Jahrzehnten noch zusätzlich benötigen werden… Aber löst das wirklich all unsere Probleme???

Wenn man wie ich jahrelang als Eigentümervertreter der 3 größeren Heime im Bezirk in Pflegeheimen aus und ein gegangen ist und miterleben musste, wie schnell die Menschen dort – trotz der besten Pflege – nur durch das Herausgerissenwerden aus ihrer gewohnten Lebensumgebung, durch soziale Isolation, durch das Vergessenwerden verkümmern, dann hatte ich immer das Gefühl, dass wir Jüngeren diesen Menschen einfach Alternativen schuldig sind.

Die Anforderung, eine wohnortnahe, leistbare, altersgerechte Wohnmöglichkeit mit einem Betreuungsangebot zu schaffen, auf das man jederzeit zurückgreifen kann, was heute „neudeutsch“ als „on demand“, also „auf Wunsch“ oder „bei Bedarf“ bezeichnet würde führte bei mir im Jahr 2000 zuerst zur Idee des „Betreuten“ und dann 2006 des „Betreubaren“ Wohnens.

Vom reinen Wohnen her handelt es sich um das selbe Angebot, allerdings wurde das „Betreute“ Wohnen durch gesetzliche Auflagen derart eingeschränkt, verkompliziert und teuer, dass es – vor allem im ländlichen Raum – nur sehr schlecht angenommen wird.

Der Begriff „Betreutes“ Wohnen impliziert bei den Bewohnern das Gefühl, man würde rund um die Uhr betreut, vielfach wird in die Betreuung auch das Angebot medizinischer Pflege hineinprojiziert.

Das alles stimmt aber so nicht und war auch nie so gedacht!!!

Sprach man anfangs noch davon, dass für das Entgelt für diese Betreuung, das derzeit schon fast € 300 pro Monat ausmacht, zumindest während der Büro- und Geschäftszeiten „immer jemand da sei“, dann sind im letzten Entwurf schon nur mehr 38 Stunden pro Monat vorgesehen, davon „tunlichst“ jeweils 1 Vormittag und 1 Nachmittag wöchentlich.

Da kann doch wohl von „Betreuung“ nicht mehr ernsthaft gesprochen werden. Das ist ein besserer – teuer bezahlter – Besuchsdienst…

„Betreubar“ heißt im Fall unseres „Projektes Sozialzentrum Anger“:

Alle allenfalls benötigten Leistungen zur Betreuung oder Pflege werden – wie im SHG vorgeschrieben – durch die Gemeinde per Vertrag mit dem Träger der Hauskrankenpflege, der in unserem speziellen Fall ein Verein unter dem Dach des SMP ist - bereitgestellt und können jederzeit in Anspruch genommen werden, Kosten fallen allerdings nur im Fall der Inanspruchnahme an!!!

Dieses Angebot umfasst medizinisch-pflegerische Leistungen durch die Hauskrankenpflege ebenso wie Hilfsdienste durch die Heimhilfen, das „Essen-auf-Rädern“, eine Seniorentagesbetreuung durch geschulte Altenfachkräfte bis hin zum Besuchs- und Begleitdienst durch die Mitglieder des Hospizdienstes.

Und das ohne ständige fixe Basiskosten!!!

Mit dem heute übergebenen 3.Bauabschnitt bieten wir 40 Menschen aus Anger und Umgebung in 32 Seniorengerechten, barrierefreien und zweckmäßig eingerichteten Wohnungen eine wohlverdiente und leistbare Wohnversorgung für ihren „vorletzten“ Lebensabschnitt.

Für viele ist es wohl auch der letzte, da bedauerlicherweise seit der Ersteröffnung des Sozialzentrums zwar schon 3 unserer Bewohner verstorben sind, aber bisher noch keiner seine Wohnung gegen ein Zimmer im Pflegeheim tauschen musste…

Meine Vorgabe, dass sich einfach JEDER diese Art von Wohnung leisten können muss ließ sich perfekt umsetzen, da die Ausgaben von knapp mehr als € 320,- für eine Einzel- und rund € 420,- für eine Zweipersonenwohnung inklusive Heizung und Betriebskosten sogar für Mindestrentner leistbar sind.

Dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit unserem Bauträger ÖWGes, der Möglichkeit der langfristigen Refinanzierung und der großzügigen Unterstützung durch die Wohnbauabteilung des Landes war es möglich, diese Wohnungen so günstig zur Verfügung stellen zu können.

Wir haben hier ein Sozialprojekt entwickelt und umgesetzt, das nicht nur vorzeigbar, sondern Beispiel gebend ist und laden Sie, geschätzter Herr Landesrat ein, es auch in ihre Sozialplanung als Modell zu übernehmen.

Wenn Sie die Möglichkeit haben, mit unseren Mietern Gespräche zu führen, können Sie sich vom hohen Zufriedenheitsgrad selbst überzeugen und die nicht enden wollende Warteliste auf weitere Modellwohnungen in der Marktgemeinde spricht für sich!

So manche der derzeitigen 40 Mieterinnen und Mieter würden vielleicht heute schon in einem unserer Pflegeheime hervorragend betreut und bei Kosten von € 3.000 bis € 4.000 zu Lasten der öffentlichen Hand wohnen…

…und sie wohnen dennoch hier – nach wie vor eigenständig, selbstbestimmt und ohne soziale Isolation. Und die Kosten für die öffentliche Hand sind abzüglich verzinster und rückzahlbarer Förderungen: gleich Null!!!

Ich freue mich, dass mein langjähriger Traum in diesem Sozialprojekt Erfüllung fand und wünsche allen Mieterinnen und Mietern viele zufriedene Jahre in Gesundheit in ihren Wohnungen und uns Mut für neue Initiativen!

Ein herzliches steirisches „Glück auf!“

Kunst im Sozialzentrum

Die Künstlergruppe Anima Art

Sechs Menschen stehen in einem Raum und halten Blumensträuße. Drei Frauen tragen Kleider und drei Männer tragen Anzüge. Hinter ihnen ist eine Küche mit Schränken und einer Mikrowelle.

v.l.n.r.: Maria Ribul, Veronika Reisenhofer, Trude Übelleitner, Bgm. Hubert Höfler, HR Mag.art. Herlinde Almer und Mag. Herbert Ribul


Unter der künstlerischen Leitung unserer überregional bekannten Malerin Herlinde Almer haben Veronika Reisenhofer, Maria Ribul und Trude Übelleitner bereits seit 2011 für alle 3 Objekte des Sozialzentrums große Bilder jeweils in den Stockwerkskennfarben (Erdgeschoß: gelb, 1.Obergeschoß: rot, 2.Obergeschoß: grün) gemalt und damit einserseits zur optischen Verschönerung der Häuser beigetragen, andererseits das "Farbleitsystem", mit dem die BewohnerInnen "ihr" Stockwerk besser wiedererkennen sollen unterstützt.

Dieses Leitsysstem zieht sich auch über farbige Sockelleisten in den Stockwerken und Wohnungseingangstüren in den gleichen Farben fort und basiert auf der Erfahrung, dass ältere Menschen mit beginnender Demenz Signalfarben leichter realisieren als numerische Kennungen.